„Man fühlt sich wie ein anderer Mensch!“

Lars Szymanski meisterte als erster provieler die Prüfung zum Lageristen.

Immer wieder besiegte Lars Szymanski den inneren Schweinehund, setzte sich fast jeden Nachmittag noch einmal an seine Unterlagen und lernte. Jetzt hält er das Ergebnis seiner Ausdauer in Händen: Stolz zeigt er seine Ausbildungsurkunde als Fachlagerist. „Wenn man die Prüfung schafft, fühlt man sich wie ein anderer Mensch“, freut er sich. „Ich bin sehr happy.“

Nachdem er früher einmal eine Ausbildung im Garten- und Landschaftsbau abgebrochen hatte, war Lars Szymanski jetzt voller Elan. Gemeinsam mit fünf Kollegen begann er bei Giuseppe Di Prima, Abteilungsleiter Lager & Logistik bei proviel, die in fünf Module aufgeteilte Ausbildung zum Fachlageristen. Gemeinsam gingen sie durch, was wo und wie gelagert werden muss und welche Besonderheiten zu beachten sind. Nach und nach schieden allerdings die anderen aus unterschiedlichsten Gründen aus. So lernte am Ende Lars Szymanski alleine bei Di Prima. Schwer fiel ihm Mathe, während er das praktische Wissen einfach fand. „Das mache ich ja jeden Tag.“ 

Extra Fehler eingebaut
Trotzdem war der 41-Jährige vor den Prüfungen sehr nervös. Ein Glück, dass Giuseppe Di Prima ehrenamtlicher Prüfer der IHK ist und auch an diesem Tag Aufsicht führte. So fühlte sich Lars Szymanski nicht ganz alleine. Drei Stunden lang musste er am Stück Aufgaben lösen. „Ähnliche Aufgaben wie im Unterricht“ – aber in der Prüfung doch neu und anstrengend. Die praktische Prüfung fand einige Wochen später im Lager der neuen Berufsschule in Remscheid statt. „Da wurden extra Fehler eingebaut: ein kaputter Karton, den man notieren und beiseite stellen musste“, erzählt Lars Szymanski. Er musste Stapler und E-Ameise fahren und die Waren mit dem Lieferschein abgleichen. 

Direkt nach der praktischen Prüfung erfuhr Lars Szymanski, dass er bestanden hatte. „Ich möchte proviel sehr herzlich für diese Chance danken“, sagt er zufrieden. Auch Giuseppe Di Prima hatte mitgefiebert: „Ich war so glücklich, dass er es geschafft hat.“ Und der Anleiter merkt auch, dass der neue Lager-Geselle eine ganz andere Leistung bringt. Er habe einen Blick entwickelt für Dinge, die erledigt werden müssen oder falsch laufen, und hat auch die Verantwortung für einen Lagerraum übernommen. 

Langfristig möchte Lars Szymanski – nach 20 Jahren bei proviel – zurück auf den ersten Arbeitsmarkt. „Ich möchte gerne weg vom Amt.“ Jetzt freut er sich erst einmal, wieder etwas mehr Zeit für sich zu haben. Und er möchte Kolleginnen und Kollegen ermutigen, die Ausbildung auch zu wagen. 18 Menschen haben sich im Lager in verschiedenen Modulen dafür auf den Weg gemacht. „Der Aufwand mit der Ausbildung lohnt sich auf jeden Fall!“, sagt Lars Szymanski.