Jetzt sind alle ein bisschen klüger gegen Betrüger

Am Montag hatte das PIKSL Labor Wuppertal Besuch von der Polizei: Kriminalhauptkommissar Michael Schroer hielt in den Räumen in der Hofaue einen informativen Gastvortrag speziell für Senior*innen.

Im Rahmen eines „Digi-Clubs Spezial“ ging es für 90 Minuten um Gefahren, die in der digitalen Welt lauern. Der erfahrene Polizeimann machte den rund 40 Gästen mit wahren Geschichten aus den Polizeiakten anschaulich, wie gerissen Betrüger vorgehen – und er gab Tipps, wie sie sich davor schützen können. 

Aus dem Nähkästchen der Polizei  
So berichtete Michael Schroer von einem Fall von Lovescamming, einem „digitalen Heiratsschwindler“, der unter falschem Namen einer Frau mit nicht eingehaltenen Verabredungen und Ausflüchten sehr viel Geld aus der Tasche gezogen hat, ohne ihr je begegnet zu sein. Der Kriminalbeamte betonte, dass diese Frau ihm auch nach dem offensichtlichen Betrug nicht glauben wolle, dass der Mann, den sie glaubte kennengelernt zu haben, nicht existiert.  

Einige der Gäste brachten eigene Erfahrungen mit: Eine Teilnehmerin berichtete von einer angeblich gewonnenen Reise, die sie ihr ein beinah unkündbares Zeitschriftenabo „einbrockte“. Eine andere wurde durch einen IQ-Test im Internet gelockt und fiel ebenfalls dadurch in eine Abo-Falle. Fast alle Anwesenden kannten mysteriöse Anrufe von ausländischen Nummern. Viele hatten wichtige Fragen an den Kriminalbeamten und tauschten sich gegenseitig aus. 

Senior*innen fühlen sich oft unsicher 
Für das PIKSL Team war das eine wertvolle Erfahrung: „Es war überwältigend, wie viele Menschen den Weg zu uns gefunden haben und gezeigt haben, wie groß ihr Bedarf an Hilfen im digitalen Alltag ist!“, sagt Laborleitung Eli Bracht, die zusammen mit dem PIKSL Team immer mehr Stühle heranholen musste, damit alle sitzen konnten. Viele der Besucher*innen waren zum ersten Mal im PIKSL Labor und erfuhren von dem breiten Angebot. Sie zeigten viel Interesse für die Beratung im offenen Labor, für Kurse oder für die Teilnahme am monatlichen Digi-Club, der sich ebenfalls ganz bewusst an Senior*innen richtet, um sie in der digitalen Welt an die Hand zu nehmen. 

„Wir haben uns sehr über das große Interesse, die gute Stimmung und den Besuch vom Profi gefreut. Jetzt sind alle ein bisschen klüger gegen Betrüger. Und wir sind sicher, dass wir einige von den Gästen wiedersehen werden“, so Eli Bracht.