Schulabschluss geschafft, Ausbildung im Blick

Sein Leben habe sich dank des Teams des Betreuten Wohnens zum Positiven gewendet, sagt Marvin.

Als er mit 18 Jahren nach Wuppertal kam, prägte die psychische Krankheit Marvins Leben. Für die Zukunft hatte er weder Pläne noch Hoffnung. Jetzt sagt er selbst: „Mein Leben hat sich um 180 Grad gedreht. Ich bin jetzt sehr zufrieden mit mir, und meine Krankheit schränkt mich nicht mehr so ein.“ 

Der Weg dorthin war ein langer. Schließlich war Marvin noch zu Schulzeiten erkrankt, ging nicht mehr in die Schule, hatte kaum noch soziale Kontakte. Meistens verbrachte der Jugendliche seine Nächte mit Computerspielen und schlief bis in den Nachmittag. Die Krankheit bestimmte sein Leben. Trotzdem schaffte er nötige Arztbesuche nur mit intensiver Betreuung des Teams des Ambulan Betreuten Wohnens (beWo) des forum e.V. 

Durch viel Motivieren des BW-Teams schaffte es Marvin schließlich, regelmäßig zu einer Tagesstätte für psychisch kranke Menschen zu gehen. Durch die verschiedenen Aktivitäten, den Kontakt zu anderen Menschen und die stetige Begleitung seiner BW-Betreuer stabilisierte er sich allmählich. Schließlich entschied er sich, wieder zu Schule zu gehen und bei der VHS seinen Schulabschluss nachzuholen. Seine guten Noten bestätigten ihn. „Ich gehe sehr gerne dorthin“, sagt der 27-Jährige inzwischen. Den Hauptschulabschluss hat er bereits in der Tasche, als nächstes möchte er den Realschulabschluss schaffen. Anschließend könnte er sich eine Ausbildung im IT-Bereich vorstellen.

„Man gewinnt sehr viel“
Marcel Holstein aus dem Team des Betreuten Wohnens von forum ist beeindruckt von dieser Entwicklung: „Es ist selten, dass jemand so einen Sprung hinlegt. Durch seine Ausdauer hat Marvin sich völlig neue Möglichkeiten geschaffen.“

Das sieht auch Marvin so, und rät anderen: „Man sollte sich nicht aufgeben, auch wenn es schwer fällt. Man tut das für sich selbst, um so zu leben, wie man möchte. Das ist viel Arbeit, viel Reflexion, und man braucht guten Support – aber man gewinnt sehr viel.“ So trifft der 27-Jährige jetzt regelmäßig Freunde und Verwandte, spielt Gitarre, geht spazieren. Die Symptome seiner Krankheit sind in den Hintergrund getreten. Mit Achtsamkeit schafft es Marvin, sie in Schach zu halten, und seine eigenen Vorstellungen zu verwirklichen.